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2015 65Festansprache DJK EICHE Jubiläum 22.09.2018

von Klaus Bodensohn

Sehr geehrte Gäste und Freunde unserer DJK EICHE, liebe Mitglieder,
 
wenn wir heute 70 bewegte Jahre der DJK Spvgg. EICHE Offenbach/M feiern können, dann stellt sich zu Recht die Frage, haben die bewegten Jahre erst im Jahr 1948 als Geburtsstunde einer neuen Idee begonnen! Dazu ist festzustellen, dass es sich keineswegs um die Geburtsstunde einer neuen Idee handelte sondern vielmehr um die Wiedergründung einer Idee, deren Geburtsstunde bereits im Jahr 1920 liegt.
In diesem Jahr gründete sich im damaligen gesamten Deutschen Reich die DJK, als Sportverband der katholischen Kirche. Und so gründete sich auch in Offenbach am Main, aus den Pfarrjugenden der Pfarreien St. Paul, St. Marien und St. Josef, das waren alle damaligen Offenbacher Pfarreien, eine DJK Gemeinschaft. Die heutigen Stadtteile Bürgel und Bieber waren zu dieser Zeit selbstständige Gemeinden. In diesen Gemeinden gründeten sich in den zwanziger Jahren ebenfalls DJK Gemeinschaften.
In dieser Zeit entwickelte sich reger Sportbetrieb in einer Vielzahl von DJK Vereinen, die den Sport fast ausschließlich zwischen DJK-Gemeinschaften betrieben, so wie auch die anderen Sportvereine der Gewerkschaftjugend u.a. den Sport in eigenen Runden betrieben.
Die positive Entwicklung des Sports in seiner ganzen Bandbreite wurde in den 30-iger Jahren von den Nationalsozialisten gleichgeschaltet, beziehungsweise wie die DJK 1935, verboten und enteignet. Viele DJK-Mitglieder fanden danach bei befreundeten Vereinen Gastfreundschaft. In den folgenden Kriegsjahren litt der Sport unter der politischen Gängelung und diente fast ausschließlich der nationalsozialistischen Jugendarbeit. Es folgte der 2. Welt- krieg, den leider viele junge Menschen nicht überlebten.
Überraschend kurz nach Ende des Krieges bildeten sich Sportorganisationen in den neuen Bundesländern. Aber auch Länderübergreifend gründete sich der Deutsche Sportbund.
Bei der Gründung des Deutschen Sportbundes war eines der wichtigsten und bedeutsamsten Ergebnisse die Bereitschaft der DJK, auf eigenen, separaten Sportbetrieb zu verzichten und sich in den Sportfachverbänden zu betätigen. Einen wesentlichen Beitrag zu diesem Ergebnis leistete der Präses des DJK Bundesverbandes, Prälat Ludwig Wolker, der auch die DJK- Vereine aufforderte sich als Mitglieder in den Sportfachverbänden zu engagieren.
Entsprechend verhielt sich auch der wiedergegründete DJK Verein in Offenbach, der allerdings bei seiner Anmeldung beim Landessportbund Hessen mit Überraschung feststellen musste, dass er sich, gemäß der neuen Satzung des Landessportbundes Hessen, nicht DJK nennen darf und auch in seiner Satzung eine Mitgliedschaft in der DJK nicht erlaubt ist. Das führte dazu, dass unser Verein in seiner offiziellen Satzung den Namen Eiche Offenbach ohne eine Mitgliedschaft in der DJK führte. In einer inoffiziellen Satzung war jedoch die Mitgliedschaft des Vereins im DJK Sportverband und der Namen DJK Eiche Offenbach festgelegt.
Die Aufnahme der Vereine wurde von den verschiedenen Landessportbünden aber sehr unterschiedlich praktiziert. Während zum Beispiel in Nordrhein - Westfalen und Bayern die DJK Vereine ohne Probleme mit DJK im Namen und Satzung Mitglied werden konnten handelte der Hessische Landessportbund für uns unverständlich. Die hessischen DJK Vereine stellten die Frage: Wie ist es zu begreifen, dass wir vom NS-Regime wegen unserer religiösen Überzeugungen verboten wurden und nun nach Wiedererrichtung des demokratischen Rechtsstaates erneut wegen unserer konfessionellen Bindung vor Barrieren stehen. Wegen dieser Regelung begannen ständige intensive Verhandlungen zwischen dem Landessportbund Hessen und der DJK Führung.
Nach Änderungen in der Führung im Landessportbund begann in den Jahren 1969/1970 beim Landessportbund ein Umdenken.
Satzungsänderungen des Landessportbundes und des DJK Landesverbandes Hessen waren Grundlage dafür, dass der LSBH Präsident Kämmerer als Gast beim DJK Landesverbandstag 1971 in Offenbach erklärte, dass die DJK als Verband vollwertig anerkannt wird und seine Vereine ihren DJK Namen, auch in der Satzung, führen können. Das führte dazu, dass aus der Eiche Offenbach, durch Änderung der Vereinssatzung, die DJK Spvgg. Eiche Offenbach wurde.Für unseren Verein, der sich nach der Wiedergründung im Jahr 1948 prächtig entwickelte, war damit die Zukunft bereitet. Denn trotz der Schwierigkeiten bei der Wiedergründung gab es viel Sport im Angebot. Begonnen wurde mit den Abteilungen Fußball, Faustball, Handball, Schwimmen, Tischtennis, Leichtathletik, Turnen und Gymnastik. Während Schwimmen und Handball nicht sehr lange Bestand hatten entwickelten sich Fußball, Tischtennis und Faustball ausgezeichnet. Aber auch Leichtathletik sowie Gymnastik und Turnen mit Kinderturnen waren gefragt.
Bei den Fußballern, die sich als Sportplatz das ehemalige Exerzierfeld hinter dem Sportgelände des OFC teilen mussten, trug besonders die Jugendarbeit gute Früchte. Die Jugend war zu dieser Zeit: Meister der kleinen Vereine. Aber auch die aktive Mannschaft spielte eine bemerkenswerte Rolle.
Eine Säule im Sportleben unserer Eiche war von Anfang an das Tischtennis. Im Mariensaal wurden die Heimspiele ausgetragen und mit dem Fahrrad wurde zu den Auswärtsspielen gefahren. Unser Ehrenmitglied Pfarrer Norbert Bachus kann davon aus eigenem Erleben interessante Geschichten erzählen.
Das Faustballspiel, eine Traditionssportart, die bereits vor dem Krieg einen festen Platz in der DJK hatte, war viele Jahre eine stabile Größe im Verein und in den DJK Gemeinschaften. Gespielt wurde auf einem in Selbsthilfe gebauten Platz auf dem Gelände " Am Grix".
In der alten Turnhalle der Mathildenschule fand das Kinderturnen seinen Platz und regen Zuspruch. Eine beachtliche Zahl späterer Jugendsportler in den verschiedenen Abteilungen lernten die Eiche beim Kinderturnen kennen.
Die Treue unserer Mitglieder, die aus Altersgründen nicht mehr am aktiven Sportbetrieb teilnehmen wollten, führte 1989 dazu, dass für die passiven Mitglieder eine Freizeit-Abteilung gegründet wurde. Unter Führung von Karin Greb wurden jedes Jahr verschiedene Angebote gemacht. Dazu gehörten Besuche von Weihnachtsmärkten, Besuche unter anderem nach Wiesbaden und zur Grube Messel sowie Einladungen zu Radtouren, regelmäßigen Kegelabenden und Spiele-Mittagen, die sich guter Teilnahmen erfreuen.
Als 1997 fünf junge Leute bei der DJK Eiche anfragten, ob sie im Verein eine asiatische Kampfkunst ausüben könnten, fanden sie Zustimmung. Seit dem ist die Abteilung Hapkido stetig gewachsen und hat heute über 30 Mitglieder.
Etwa zur gleichen Zeit entwickelte sich die Abteilung Gymnastik, die in den vergangenen zwanzig Jahren, zunächst in der Waldschule und danach in der Sporthalle im Waldhof, ihren Kampf den morschen Knochen ausübte.
Nachdem drei Eiche-Mitglieder bei einem DJK Diözesantag 2011 das Boule-Spiel kennen lernten und davon begeistert waren, überzeugten sie den Vorstand davon, dass diese Sportart auch für die Eiche geeignet ist. Seitdem ist sie erfolgreich.
Die ausführliche Historie des Vereins und die Entwicklungen aller Abteilungen würde hier zu weit führen, sind aber in der Festschrift, die alle erhalten haben, detailliert beschrieben.
Bereits bei der Wiedergründung war die Frage, wo der Sport der Abteilungen stattfinden kann, für den Vorstand von größter Bedeutung.
Die Vorstellungen von einer eigenen Sportanlage hatte schon anfangs 1950 der Gründungsvorsitzende Peter Josef Bodensohn in einer Lageplan-Skizze zu Papier gebracht. Leider war die Stadt Offenbach nicht bereit diese Ideen zu unterstützen.
Am Bierbrauerweg, unterhalb der Suppenschüssel, lag eine ehemalige Ablagerungsfläche brach, die mit Hilfe amerikanischer Großplanierraupen und der Firma Bodensohn als Sportfläche für die Fußballer hergerichtet wurde.
Da die Stadt Offenbach auch nicht bereit war, die früheren Feuerwehrgaragen der Eiche für den Ausbau als Vereinshaus zu überlassen, wurde in Selbsthilfe auf dem Nebenplatz, " Am Grix", ein Vereinsheim erstellt und im Juli 1963 mit einem Gottesdienst eingeweiht und gefeiert.
Zuvor hatte sich 1950 die Tennisabteilung gegründet. Sie spielte auf einem Platz am Bieberer Berg, wo sie auf dem Grundstück hinter der Villa Falke Gastrecht hatte. Nachdem dieser Platz nicht mehr zur Verfügung stand wurde 1985 auf dem Sportgelände "Am Grix", die heutige Tennisanlage mit drei Kunstrasenplätzen errichtet. Das ermöglichte fortan die Teilnahme an den Medenspielen. Auch der Brandschaden der Tennishütte wurde durch den Neubau unseres Clubhauses in hervorragender Eigenleistung überwunden.
Das Sportgelände "Am Grix" hat sich danach zum Zentrum unseres sportlichen und gesellschaftlichen Vereinslebens entwickelt. So hat die Erstellung der Pergola dazu beigetragen, dass mehrere Veranstaltungen, wie der jährliche Familientag, der Spiele-Nachmittag und Abteilungsfeiern, hier stattfinden konnten. Die Nutzung des Vereinsheimes durch die neue Abteilung Hapkido im Jahr 1997 war eine Bereicherung, die noch durch den Bau der beiden neuen Bouleplätze im Jahr 2011 verstärkt wurde.
Für mich ist es schön über die erfolgreiche Vergangenheit unserer DJK Eiche, auf die wir sehr stolz sein können, berichten zu können. Ein Jubiläum ist aber auch die geeignete Gelegenheit sich der Wurzeln unseres Vereins zu erinnern.
Die Jugend der katholischen Pfarreien war bereits 1920, unter Führung und Betreuung der Jugendkapläne, der Sauerteig der DJK Sportbewegung. Mit den Vorsitzenden waren die geistlichen Beiräte die Präses der DJK-Vereine. Die Pfarreien förderten die Vereine häufig durch die Bereitstellung von Räumen und Sportflächen. Die Kirche konnte allerdings das Verbot der DJK im Jahr 1935 nicht verhindern.
Die erfolgreiche Wiedergründung der DJK in Offenbach war 1948 auch durch die Hilfe und Unterstützung der Katholischen Pfarreien St. Paul, St. Marien und St. Josef möglich. Mitglied im Gründungsvorstand und erster geistlicher Beirat unseres Vereins war Kaplan Bardong. Ihm folgte Kaplan Wunderlich. Sie sorgten in den ersten Jahren für die gute Verbindung des Vereins zu den Pfarreien und achteten darauf, dass die besonderen Werte unseres DJK Vereins, die gesamtmenschliche Entfaltung der Mitglieder, gelebt wurden.
Mit dem Geistlichen Beirat Pfarrer Hans May, der auch Kolping-Präses war, wechselte die DJK Eiche mit verschiedenen Veranstaltungen, wie Mitglieder- versammlungen, Tausendfüßlerbällen und Weihnachtsfeiern, in das 1954 gebaute Kolpinghaus. Pfarrer May legte auch Wert auf die Ausweitung der Feldgottesdienste auf den Sportanlagen.
Nach dem Tod von Pfarrer May wurde Kaplan Scherbaum von der Pfarrei St. Marien geistlicher Beirat. Dies blieb er auch, nachdem er 1965 Pfarrer, der im Mai zur Pfarrei erhobenen Pfarrei Hl Dreifaltigkeit, war. Mit der Einweihung des Pfarrzentrums von Hl. Dreifaltigkeit, im Jahr 1979, hat die DJK Eiche hier ihre neue Heimat gefunden, zumal Pfarrer Klaus Denner schon seit 1976 geistlicher Beirat der DJK Eiche war.
Die in diesen Jahren gewachsene enge Verbindung unseres DJK Vereins zur Pfarrei Hl Dreifaltigkeit setzte sich auch fort nachdem Roberto Medovic Pfarrer in Hl Dreifaltigkeit wurde und sich bereit erklärte die Nachfolge als geistlicher Beirat der DJK Eiche anzunehmen. Pfarrer Medovic engagierte sich aus Überzeugung für die besonderen Werte unseres Vereins und war mit seiner Menschenfreundlichkeit und offenen Art gegenüber allen Mitgliedern, gleich ob jung oder alt und der verschiedenen religiösen Überzeugungen, eine große Stütze des Vereins. Sein tragischer Tod, in viel zu jungen Jahren, hat uns erschüttert und die Hoffnungen auf viele Jahre fruchtbarer Zusammenarbeit je zerstört.
Aus dem Wirken unserer geistlichen Beiräte sind die Wurzeln unseres Vereins deutlich zu erkennen. Dass unser Mitgliedsjuwel, das Gründungs- und Ehren- mitglied Pfarrer Norbert Bachus, wie schon des Öfteren in der Vergangenheit, unsere geistliche Betreuung übergangsweise übernommen hat, entspringt seiner Verbundenheit mit den Wurzeln unseres Vereins. Das Jubiläum sollte auch Ansporn sein, dass der Verein immer wieder geistliche Beiräte gewinnen kann, die die besonderen Werte der DJK und seine Wurzeln pflegen.
Ein Jubiläum ist jedoch nicht nur Anlass für einen stolzer Rückblick, sondern gerade für uns als DJK Verein, die Gelegenheit zum danken. Dank den vielen Frauen und Männern, die bereit waren sich für den Verein zu engagieren, und damit sowohl für die Jugend und den Sport einen hervorragenden Dienst zu leisten.
Zusammenfassend bleibt nur noch unserem Herrgott zu danken, was wir schon im Festgottesdienst getan haben, der uns in allen Höhen und Tiefen begleitet hat, verbunden mit der Bitte uns seine Begleitung auch in der Zukunft zu erhalten, damit sich auch in der Zukunft engagierte Frauen und Männer, besonders aber auch geistliche Beiräte, finden, die mitwirken dass unsere DJK Eiche auf der Grundlage unserer besonderen Werte und seiner Wurzeln, seine Aufgaben erfüllen kann.
An unserem Familientag haben wir bereits viele treue und engagierte Mitglieder für ihr Wirken und ihren Beitrag zum Vereinsleben geehrt.
Heute wollen wir die letzten noch lebenden sechs Mitglieder der ersten Stunde würdigen. Dass es ausschließlich Männer sind bedeutet nicht, dass der Verein keine Frauen als Mitglieder hatte sondern daran, dass die Frauen durch Heirat Familienmitglied wurden. Stellvertretend ist hier Frau Faller, geborene Bodensohn, die Tochter des Ersten Vorsitzenden Peter Josef Bodensohn, anwesend, die zusammen mit Frau Liesel Hohe, geborene Blumör, im Büro der Firma Bodensohn, in den ersten Vereinsjahren die Vereinsgeschäftsstellenarbeit erledigten.
Jetzt bitte ich Frau Faller und die Herrn Pfr. Norbert Bachus, Fred Bodensohn, Siegfried Wenzel und Herbert Zarth nach oben zu kommen. Herr Winfried Vatter ist leider wegen Krankheit verhindert. Er bedauert es sehr und hat mich gebeten seine Grüße zu übermitteln.

 

2015 65

 

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